Schutz von Natur und Landschaft

Der Verein Kultur Natur Deutschfreiburg (KUND) ist bestrebt, die Naturgüter, die Landschaft und die Umwelt in Deutschfreiburg zu erhalten. Dies bedeutet aber nicht, dass er sich gegen jegliche Eingriffe in Natur und Landschaft ausspricht. Beispiel Kiesabbau: Deutschfreiburg verfügt – wie die Schweiz insgesamt – nicht über viele Bodenschätze, insbesondere der Kiesvorkommen ist von Bedeutung. Dass dieses schwere Material nicht von auswärts herangefahren wird, macht für KUND Sinn. Aber Kies ist in grossem Umfang – zumindest über eine gewisse Zeit hin – nicht ohne Einwirkungen auf die Natur und die Landschaft abzubauen. Deshalb ist der Abbau nur an den geeignetsten Stellen und mit flankierenden Massnahmen zu akzeptieren. Bei den Hochspannungsleitungen, als weiteres Beispiel, ist anzustreben, die Leitungen wenn immer möglich in den Boden zu verlegen. 2015 hat der Verein erfreut den Entscheid von Swissgrid aufgenommen, auf die Höchstspannungsleitung Villarepos–Galmiz zu verzichten.

Für die Gewinnung alternativer Energien – mit Mass

KUND vertritt die Meinung, dass eine ausreichende, verlässliche und nachhaltige Energieversorgung gewährleistet sein soll, und unterstützt deshalb grundsätzlich die Gewinnung von alternativen Energien. Der Verein hat aber Vorbehalte gegen den Bau neuer Anlagen an bisher nicht genutzten Orten mit bedeutendem Landschaftswert:

  • Auf die Nutzung der Sense für Kleinwasserkraftwerke beispielsweise soll ganz verzichtet werden. Mehr als neunzig Prozent der Fliessgewässer sind in der Schweiz bereits genutzt. Der Kanton Freiburg trägt mit den grossen Saane-Stauseen Schiffenensee und Greyerzersee und weiteren kleineren Werken zur Wasserkraftnutzung in der Schweiz massgeblich mit bei.
  • Auch bei der Windenergie ist das richtige Mass gefordert: Es ist zu verhindern, dass in den kommenden Jahrzehnten im ganzen Voralpengebiet, im Jura und selbst im Mittelland ein Wildwuchs von Masten und Windrädern entsteht.
  • Da Solarenergie fast überall gewonnen werden kann, sollte Installationen nur an Orten erlaubt sein, an denen sie sich ins Gesamtbild integrieren lassen, ohne zu stören. KUND ist entschieden dagegen, dass Solaranlagen auf Wiesen oder in intakten Landschaftsgebieten errichtet werden. Es bieten sich viele Möglichkeiten (Industriezonen, Shoppingcenter usw.), grosse Photovoltaikanlagen landschaftsschonend zu installieren.

Mehr öffentlicher Verkehr

In vielen Dörfern Deutschfreiburgs gibt es Ideen, Forderungen und Planungen von Umfahrungsstrassen. Hunderte von Millionen Franken würden damit verbaut. KUND hat zwar Verständnis, wenn Anwohnerinnen und Anwohner und selbst wenn Verkehrsteilnehmende sich über die viel befahrenen und oft verstopften Strassen klagen. Es ist aber eine Tatsache: Mehr Strassen bringen mehr Verkehr. Wo es möglich ist, sollte deshalb unbedingt auf die Alternative des öffentlichen Verkehrs gesetzt werden. Oft beseitigt man zwar mit den riesigen Investitionen ein Problem, schafft aber gleichzeitig neue: Viel Land am Ortsrand wird verbaut, Wohnsiedlungen und Naturschutzgebiete werden belastet, zusätzlicher Verkehr wird angezogen und Geschäfte an der Durchfahrtsstrasse werden von der Kundschaft abgeschnitten. Beim Umfahrungsprojekt von Düdingen beispielsweise hat KUND eine beobachtende Stellung eingenommen. Der unterirdische Wasserhaushalt der Düdinger Möser (von nationaler Bedeutung) ist unbedingt zu schützen.

Einschränkungen auf den Alp- und Forststrassen

KUND ist mit den vom Freiburger Tiefbauamt erarbeiteten Einschränkungen auf den Alp- und Forststrassen im Sense-Oberland einverstanden. Diese Einschränkungen entsprechen zwar nicht vollständig, aber doch weitgehend den im Vorfeld geforderten. Die Bedürfnisse der Bewirtschafter von Alpbetrieben sind zwar zu berücksichtigen. Es darf aber nicht sein, dass an jedem schönen Tag die Ruhe der Bergwelt durch Ausflügler mit oft schweren Fahrzeugen gestört wird, weil diese für einige Stunden „zurück zur Natur“ unterwegs sind. Es ist auch einer Entwicklung Einhalt zu gebieten, die die Tierwelt in ihren Rückzugsgebieten immer mehr in die Enge treibt.