Vielgestaltiges Deutschfreiburg, Tendenz zur Uniformität

Jeder Ort hat eine ureigene, lokale Identiät, definiert durch seine geografische Lage, seine Geschichte, aber auch durch seine spezifische Baukultur. Deutschfreibung erstreckt sich vom Seeland bis weit ins Voralpengebiet hinein. So wie sich die Landschaft von Murten bis nach Jaun verändert, so zeigt sich auch eine vielgestaltige Baukultur. Die Unterschiede, aus denen sich die Einzigartigkeit jedes Ortes ergibt, sind in den letzen Jahrzehnten durch die Zersiedelung und die Uniformität der Architektur schleichend aufgegeben worden. Überall, nicht nur in Deutschfreibung, sind neue Einfamilienhausquartiere und Industriezonen auf der grünen Wiese entstanden, die Agglomerationen sind gewachsen und die Käsereien, Dorfläden und kleinen Handwerksbetriebe sind fast gänzlich aus den Ortskernen verschwunden. Der klare Charakter – die Identität eines jeden Ortes – ist dadurch verloren gegangen.

Nachhaltige Landschaftsentwicklung

Der Verein Kultur Natur Deutschfreiburg (KUND) setzt in der Raumplanung ein Schwergewicht seiner Arbeit. Er will sich dafür engagieren, dass sich die gebaute Landschaft Deutschfreiburgs qualitätsvoller und kontextgetreuer entwickelt, damit die lokalen Identitäten wieder gestärkt werden. Dazu gehören auch der bewusste Umgang mit dem Baubestand und ein haushälterischer Umgang mit den beschränkten Bodenreserven. Der KUND sieht seinen Einsatz im Sinne des Europäischen Landschaftsübereinkommens, das von einem umfassenden Landschaftsverständnis ausgeht und sich nicht auf den Schutz der ökologischen und kulturellen Werte der Landschaft beschränkt, sondern ihre Bedeutung für das Wohl der Gesellschaft und als Wirtschaftsraum unterstreicht. Eine nachhaltige Landschaftsentwicklung soll im Einklang mit den Bedürfnissen der Bevölkerung erfolgen und gleichzeitig das Identität stiftende, vielfältige natürliche und kulturelle Erbe bewahren. KUND unterstützt ebenfalls die Anliegen des Landschaftskonzepts Schweiz, dessen wichtigste allgemeine Ziele lauten:

  • Das Element Wasser in der Landschaft aufwerten,
  • Raum schaffen für natürliche Dynamik,
  • Lebensräume erhalten und vernetzen,
  • Infrastrukturen räumlich konzentrieren,
  • intensiv genutzte Landschaften – insbesondere das Siedlungsgebiet – ökologisch aufwerten und attraktiv gestalten.

Herausforderungen durch Energie- und Mobilitätsbedarf

Neben der Zersiedlung und der Funktionstrennung müssen wir uns zunehmend mit der (Nach-)Frage nach neuen Infrastrukturbauten zur Gewinnung von Energie und dem Ausbau der Mobilität beschäftigen müssen. Diesen Fragen will sich KUND nicht verschliessen und schon gar nicht mit konsequenter Ablehnung entgegentreten. Die Energie und die Mobiliät wiederspiegeln zentrale gesellschaftliche Notwendigkeiten, die es zu diskutieren gilt, deren Einfluss auf die Gesellschaft und die Natur abgewägt sein will. Es ist an uns allen, die Gegenwart und die Zukunft zu gestalten. KUND möchte dies mit Vernunft und Umsicht tun.