Pfarrkirche St. Martin in Tafers

Am Samstag, 11. Februar 2017 fanden sich bei frühlingshaftem Wetter rund 60 Interessierte zur Veranstaltung des Heimatkundevereins in der Martinskirche in Tafers ein. Die Pfarrkirche St. Martin blickt auf eine über 1000-jährige Geschichte zurück. Sie wurde 1259 erstmals urkundlich erwähnt. In ihrer langen Geschichte hat sie insgesamt fünf grosse Restaurationen erfahren; dabei wurden verschiedene Umbauten und Erweiterungen ausgeführt. Ihre heutige Form hat sie bei der Renovation von 1965 erhalten, als das Kirchenschiff verlängert wurde. Die letzte Aussenrenovation wurde 2008 abgeschlossen. Nach einer mehrmonatigen Innenrenovation wurde die Kirche an Ostern 2014 (20. April 2014) mit einem feierlichen Gottesdienst eingeweiht und wieder ihrer Bestimmung übergeben.
Die beiden Referenten François Guex vom Amt für Kulturgüter und der Restaurator Christoph Fasel haben diese Innenrenovation eng begleitet bzw. durchgeführt. In seinem Referat blickte François Guex auf die lange Geschichte der Kirche zurück. Diese war verschiedentlich von einem Abriss bedroht; von diesen Diskussionen war aber der Turm selbst nie betroffen. Auf dem Rundgang durch und um die Kirche wies François Guex auf besondere Schätze hin, welche zum Teil den Schutz des Bundes geniessen. Sie sind von hervorragender Qualität und wurden von Meistern wie den Bildhauern Hans Geiler und Hans Gieng im 16. Jahrhundert und Reyff im 17. sowie dem Kirchenmaler Gottfried Locher im 18. Jahrhundert geschaffen.
Der Restaurator Christoph Faseln erläuterte im allgemeinen Teil seines Referats den Unterschied zwischen Konservieren und Restaurieren. Bei seiner Arbeit in der Martinskirche war er für die Restauration der Decken- und Altarsgemälde und von verschiedenen Holzskulpturen verantwortlich. Heute erlauben es verschiedene technische Hilfsmittel einerseits die ursprüngliche Farbgebung, aber auch die Spuren früherer Restaurationen wieder freizulegen. Bei der Restauration von 2013 und 2014 legten die Verantwortlichen grossen Wert darauf, Materialien und Techniken anzuwenden, die es nachfolgenden Generationen erlauben, die Eingriffe wieder rückgängig zu machen.
Die Pfarrkirche Tafers hat mit der Renovation ihren Glanz, ihr Licht und ihre Ausstrahlung zurückerhalten. Die Installation des neuen Heizungs- und Lüftungssystems soll dazu beitragen, dass diese Ausstrahlung möglichst lange erhalten bleibt – bis eine neue Generation die nächste Renovation angehen wird.