Säen, Ernten, Dreschen, Wohnen vor 300 Jahren

Ein Besuch im Bauernmuseum Althuus im Weiler Jerisberghof
7. Oktober 2017

Ein sonniger und warmer Herbstnachmittag empfing die zwölf Besucherinnen und Besucher im Weiler Jerisberghof vor dem Bauernmuseum Althuus. Bald waren alle im Banne der Erzählung von Ueli Johner, der die ernste Geschichte des Hofes mit amüsanten Anekdoten aufzulockern verstand.

Das Althuus wurde 1703, nach völligem Abbrand von 1701, neu erbaut. Der damalige Besitzer, Bendicht Glauser, verstand es, eine grosse Summe an Brandbettelgelder zusammenzutragen, womit er sich einen herrschaftlichen Hof bauen lassen konnte. Unter dem grossen Schindelwalmdach lebte die Bauernfamilie mit ihrem Gesinde und den Tieren. Bemerkenswert sind die Ausstattung der Stuben, die grossen Butzenscheibenfenster, das vornehme Mobiliar und die Verzierungen und Innschriften an den Balken. Die grosse Rauchküche verfügte bereits über eine Grundwasserpumpe.

So wurde das Hochstudhaus noch bis ins Jahr 1836 als Wohnhaus genutzt. Danach diente es noch als Unterkunft für Knecht, Mägde und auch als Rumpelkammer. Der allmähliche Zerfall des Gebäudes war die Folge. 1947 erwarb der Kanton Bern das Althuus. 1970 konnte das Museum eröffnet werden.

Ueli Johner erklärte auch einige Gerätschaften. So erfuhren wir, wie Kartoffelstock, zu Würmchen gepresst und getrocknet, haltbar gemacht werden konnte (Stocki von anno dazumal), wie die Wasserpumpe funktionierte und noch funktioniert, wie der Brennhafen, die Bügeleisen, die Walzen zum Glätten und Plissieren und weitere Gegenstände zu handhaben waren.

Nach dem äusserst interessanten Nachmittag wurde noch rege diskutiert bei einem Glas Most, Käse und Brot im schönen Garten hinter dem herrschaftlichen Hof.